Hilfe für die trockene Nase

Thema im März

Eine laufende Nase ist sicher unerwünscht – das Gegenteil aber ebenso. Durch Schädigungen der Nasenschleimhaut, bestimmte Medikamente oder eine zu trockene Luft kann die Nase unangenehm trocken werden. Doch es gibt Hilfe.

Dürre im Riechkolben.

Die Medizin hat sich verschiedene Namen für die trockene Nase ausgedacht. Eine trockene Nasenschleimhaut wird generell als Xerorrhinie (griechisch: xero = trocken, rhino = Nase) bezeichnet, manchmal auch als Xerasie.

Wenn die trockene Nasenschleimhaut auch noch entzündet ist, spricht man von einer Rhinitis sicca (Rhinitis = Entzündung der Nasenschleimhaut, sicca = trocken). Treten trockene Krusten auf, wird auch die Bezeichnung Rhinitis crustosa verwendet.

Ein Sonderfall ist die Rhinitis chronica atrophicans cum foetore (wörtlich: chronische Nasenschleimhautentzündung mit Gewebsschwund und üblem Geruch), auch als Ozaena bezeichnet – im Volksmund: Stinknase.

Dabei degeneriert die Nasenschleimhaut, sie bildet zähen Schleim und Borken. Das führt zu einem süßlichen Aasgeruch, der für die Mitmenschen überaus unangenehm ist – für die Betroffenen dagegen nicht, weil sie im Zuge der Erkrankung ihr Riechvermögen verlieren.

Eine trockene Nase ist nicht nur für den Betroffenen (und/oder seine Umwelt) unangenehm, sondern auch gesundheitlich problematisch: Sie kann ihre Schutz- und Filterfunktion für die mittleren und unteren Atemwege nicht mehr richtig wahrnehmen, diese werden anfälliger.

Mögliche Ursachen

Extrem trockene und heiße Luft, aber auch Staub oder Chemikalien können die Nasenschleimhäute auf Dauer schädigen und trocken werden lassen. So sind z.B. Stahlarbeiter, Glasbläser oder Chemiearbeiter häufig betroffen.

Im Sommer besonders kritisch: Ozon und Chlor (Schwimmbad). Aber auch trockene Büroluft (z.B. durch Klimaanlagen) bzw. Heizungsluft (im Winter) oder häufiges Fliegen (die Luft im Flugzeug ist extrem trocken) kann auf Dauer die Nasenschleimhaut angreifen.

Daneben kommen chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut oder Autoimmunerkrankungen als Ursachen in Betracht. Und – tatsächlich – kann auch häufiges Bohren in der Nase die Schleimhäute trocken werden lassen.

Schließlich können diverse Arzneimittel als Nebenwirkung die Nase austrocknen, z.B. Mittel gegen Akne oder Schuppenflechte, Antidepressiva oder Methyl-Dopa (gegen hohen Blutdruck). Ein besonderes Kapitel sind Arzneien, die eigentlich der Nase helfen sollen.

Vorsicht ist bei Präparaten mit Konservierungsstoffen geboten, darauf sollte man, wenn möglich, verzichten. Daneben kann ein Missbrauch von abschwellenden Nasensprays bzw. -tropfen oder auch weißmachenden Augentropfen die Schleimhäute dauerhaft schädigen.

Ursache bekämpfen

Bleibt die Nase auf Dauer trocken, kommt es häufiger zu Atemwegserkrankungen und die tiefer liegenden Schleimhäute trocknen ebenfalls aus. Bakterien können die angegriffenen Schleimhäute befallen und sogar die Nasenknochen attackieren oder zu Asthma führen.

Die Behandlung der trockenen Nase sollte auf zwei Säulen stehen: Beseitigung der Auslöser, wenn möglich, sowie Pflege der Nasenschleimhaut.

Greift trockene Raumluft die Schleimhäute an, sollte man für mehr Luftfeuchtigkeit sorgen. Zimmerpflanzen können dazu beitragen – vor allem solche, die viel Wasser verdunsten. Manche Sorten, z.B. Ficus benjamina, können auch Schadstoffe aus der Luft filtern.

Eine Alternative sind feuchte Tücher oder eine Wasserschale auf der Heizung. Das Anfeuchten der Luft empfiehlt sich allerdings bei einer Hausstauballergie nur in Maßen: Zu feuchte Luft begünstigt die Vermehrung der Milben.

Nasenduschen mit speziellem Nasenspülsalz oder Nasensprays bzw. -tropfen mit Salzwasser können für mehr Feuchtigkeit in der Nase sorgen, wenn sich der Kontakt mit trockener Luft nicht vermeiden lässt. Das senkt auch das Risiko, einen Schnupfen zu bekommen.

Schließlich sollte man beherzigen, dass Nasebohren weder mit dem Finger noch mit dem Taschentuch eine gute Idee ist. Bilden sich Krusten in der Nase, sollte man warten, bis sie sich von alleine lösen – oder sie mit einer Nasendusche herausspülen.

Die Nase pflegen

Die bereits erwähnten Salzspülungen, -sprays oder -tropfen haben auch einen pflegenden Effekt. Man sollte Spülungen allerdings nicht häufiger als zwei Mal am Tag anwenden, weil dabei auch schützender Schleim weggespült wird.

Als pflegende und anfeuchtende Wirkstoffe bieten sich Dexpanthenol und Hyaluronsäure an. Letztere ist auch in vielen Tränenersatzprodukten enthalten. Man kann solche künstlichen Tränen in ein Dosierspray umfüllen (lassen) und für die Nase verwenden.

Ist die Nase entzündet, kann auch der Wirkstoff Hydrocortison in niedriger Konzentration zum Einsatz kommen. Weiterhin gibt es z.B. salzhaltige Nasensalben sowie Nasenöle mit oder ohne Menthol.

Die Homöopathie setzt auf Produkte, die z.B. auf Euphorbium und/oder Luffa operculata basieren. Manche Präparate enthalten Kombinationen aus verschiedenen Nasen-Helfern, z.B. Meersalz plus Dexpanthenol oder Salze plus Aloe vera.

Die Vielfalt der Produkte ist hier als Chance zu sehen. Die Erfahrung zeigt: Welches Mittel am besten hilft, ist individuell verschieden.

In der großen Palette der Nasenpflegemittel wird sich aber sicher für (fast) jede Nase etwas finden. Wir in Ihrer Apotheke sind gerne bei der Auswahl behilflich und können auf Wunsch auch individuelle Rezepturen zur Nasenpflege herstellen.

IFEMEDI, Institut für ernährungsmedizinische Information